Osteoporose
Definition:
WHO: „Osteoporose ist eine systemische Erkrankung des Skeletts, die durch eine erniedrigte Knochenmasse und eine Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochens gekennzeichnet ist, mit der Folge einer Zunahme der Brüchigkeit und gehäuftem Auftreten von Frakturen.“
Grundlagen z.B. Wissen über das Skelettsystem
Neben den zahlreichen inneren Organen, der Muskulatur und der Haut ist das Gesamtskelett mit ca. 15% Anteil der Körpermasse das drittgrößte Organsystem. Auch wenn es nicht so erscheint, sind über 200 Knochen, die unser menschliches Skelett umfasst, lebendes Gewebe. Es erfolgt ein ständiger Auf- und Abbau von Knochenmasse. Allerdings wird diese Erscheinung noch durch einen weiteren Abbau von Knochenmasse durch altersbedingte Gründe (ab dem 35. Lebensjahr) verstärkt.
Krankheitsbild (Anzeichen, Symptome, Beschwerden…)
Osteoporose ist eine Still verlaufende Krankheit, die sich zunächst ohne bemerkbare Symptome entwickelt. Ist die Erkrankung fortgeschritten, zeigen sich die typischen Anzeichen des Knochenschwundes bis hin zum Bruch. Gefürchtet ist die Osteoporose vor allem wegen der drohenden Knochenbrüche. Die eigentliche Ursache der Erkrankung, die Verringerung der Knochendichte, ist nicht mit Schmerzen verbunden. Brüche des Knochens treten auf, wenn der Knochenschwund über ein gewisses Maß hinausgeht und dadurch der Knochen den täglichen Belastungen nicht mehr standhält. Weitere Symptome sind:
- Größenabnahme ( Die Wirbelsäule sinkt im Laufe der Zeit immer mehr zusammen)
- Akuter Rückenschmerz (Die Muskeln müssen nach Wirbelbrüchen oft die Haltefunktion der Wirbelsäule mit übernehmen. Dadurch werden sie häufig überanstrengt, verspannen sich und reizen die Nerven.
- „Osteoporose-Bäuchlein“ Zeichnung
- „Witwenbuckel“ Zeichnung
- Knochenbrüche treten schon bei leichten Unfällen auf. (z.B. Rippen-, Handgelenksbrüche)
Wirklich typische Osteoporosebeschwerden gibt es nicht. Osteoporose ist eine schleichende Erkrankung. Wenn dann im fortgeschrittenen Stadium Schmerzen auftreten betreffen die dann den gesamten Bewegungsapparat. Diese sind sehr uncharakteristisch und werden dann nicht mit Osteoporose in Verbindung gebracht. Es kommt auch zu Muskelverspannungen, Atembeschwerden durch eingeschränkte Lungenausdehnung, Verdauungsbeschwerden durch Einengung des Darmes und zu hexenschussartigen Beschwerden.
Ursachen:
- Calciummangel: Calcium wird in den Knochen gespeichert. Wenn nun mit der Nahrung wenig Calcium aufgenommen wird, wird auf die Speicher zurückgegriffen und somit langsam den Knochen Calcium entzogen. Er wird entmineralisiert. Die Führt zur Osteoporose.
- Vitamin D Mangel: Vitamin D fördert die Calciumaufnahme aus dem Darm. Es ist somit indirekt am Knochenstoffwechsel beteiligt. Fehlt das fettlösliche Vitamin, so kann nicht so viel Calcium aufgenommen werden.
- Östrogenmangel: Fehlt dies weibliche Geschlechtshormon so ist das Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und –Abbau gestört. Dieser Mangel kann durch Wechseljahre entstehen. Aus diesem Grund sind Frauen häufiger betroffen als Männer.
- Bewegungsmangel: Bewegungsmangel führt zu einer geringen Knochendichte. Für ein stabiles Knochengerüst ist also auch regelmäßige körperliche Beanspruchung durch Sport unentbehrlich.
- Untergewicht: Durch Psychisch bedingte Essstörungen (Bulimie/Magersucht) kann es bei Frauen zum Ausbleiben der Menstruationsblutung kommen. Damit verbunden tritt ein Östrogenmangel auf und hieraus kann sich eine Osteoporose entwickeln. Auch wenn aus Diätetischen Gründen auf vermeintliche „Dickmacher“ wie Käse und andere Milchprodukte verzichtet wird, die viel Calcium enthalten, stellt die ebenfalls ein Risiko dar.
- Medikamente: Kortison, Epilepsie-Medikamente, Heparin und Arzneimittel gegen Sodbrennen haben knochenzehrende Wirkung und können auch eine Osteoporose begünstigen.
Risikofaktoren:
Beeinflussbare Risikofaktoren
- Östrogenmangel
- Bewegungsmangel
- Alkohol, Nikotin, Medikamente, Koffein
- Ernährungsfehler (z.B. Phosphatreiche Nahrungsmittel wie Fleisch, oder Wurstwaren.
Ebenfalls schädigend sind Cola, Kaffee…)
- Keine Bewegung, Untergewicht
Unbeeinflussbare Risikofaktoren
- Alter
- Geschlecht
- Erbanlagen
Folgende vorbeugende Maßnahmen sollen helfen, das Risiko einer Erkrankung herabzusetzen.
Vorbeugung:
Wichtig ist eine Knochenfreundliche Ernährung, sie sollte calciumreich, ausgewogen, vitaminreich und phosphatarm sein.
Wichtig ist auch möglichst wenig „Calcium-Räuber“ zu sich zu nehmen.
„Calcium-Räuber“:
- Fett
- Alkohol
- Phosphate ( z.B. Fleisch, Wurst, Schmelzkäse)
- Oxalsäure ( Tomaten, Rhabarber)
- Koffein
- Salz ( Bei überhöhter Zufuhr, besser wenig salzen und mit frischen Kräutern wie z.B. Petersilie oder Dill würzen.)
- Eiweiß ( in überhöhter Form.)
Eine calciumreiche Ernährung kann folgendermaßen aussehen:
- Milch, Milchprodukte, Joghurt und Frischkäse
- Sojabohnen, Haselnüsse und Mandeln
- Viel grünes Gemüse, wie Grünkohl, Fenchel, Brokkoli und Lauch
- Hülsenfrüchte vor allem Bohnen
- Frischer Seefisch ( Hering, Lachs, Makrele)
- Obst ( Himbeeren, Brombeeren)
- Calciumreiche Mineralwasser mit mehr als 100mg/dl-
Wenn dem Körper auf diese Weise nicht genug Calcium zugeführt wird ist es ratsam Calcium ( am besten in Kombination mit Vitamin D ) einzunehmen.
Andere vorbeugende Maßnahmen sind reichlich Bewegung vor allem an frischer Luft, Speziell bei Sonne. Bei Sonnenschein wird in der Haut Vitamin D gebildet, welches zur Calciumeinlagerung in die Knochen notwendig ist.
Auch die Körperhaltung ist wichtig! Generell gilt immer:
XXXXXXXXX XXXXXXXXX
Gerade sitzen wenn möglich.
xxxxxxxxx xxxxxxxxxxx
Sich beim Hinsetzen mit den Händen auf den Knien abstützen.
Xxxxxxxxxxxxx xxxxxxxxxxxxxxxx
Beim Heben von Lasten in die Hocke gehen
Zahlen und Statistiken
· In Deutschland leiden ca. 7 Millionen Menschen an Osteoporose.
· 80% davon sind Frauen
· Nur in 20% aller Fälle wird die Osteoporose richtig Prognostiziert.
· Nur 3% der betroffenen Patienten erhalten eine wirksame Therapie
· Es kommt Jährlich zu 100.000 Osteoporose-bedingten Oberschenkelhalsbrüchen
· Über 70% der durch Osteoporose verursachten Kosten entstehen im Krankenhaus. Ambulante Behandlungen machen dagegen nur etwa 10% der Kosten aus.
· Jede dritte Frau ist nach den Wechseljahren von Osteoporose betroffen.
Deshalb ist es wichtig, Osteoporose früh zu erkennen und entsprechend zu behandeln oder dieser Krankheit durch Calcium und Vitamin D-Zufuhr vorzubeugen.
Behandlung:
Heute wird als selbstverständlich angenommen, dass die Medikamente gegen Osteoporose die Knochendichte erhöhen, fraglich ist allerdings ob sie das Frakturrisiko erniedrigen!
Die Wirkstoffgruppe der Biphosphonate ( Wirkstoffen heißen z.B. Alendronat, Risedronat) werden wegen ihrer chemischen Form an der Knochenoberfläche gespeichert. Das gespeicherte Biphosphonat gelangt in den Stoffwechsel wenn sich Knochenzellen abbauen. Dann hemmen sie den Knochenabbau und die knochenaufbauende Zellen können verstärkt ihre Arbeit verrichten und die Knochen werden wieder stabiler. Allerdings hat dieser Wirkstoff auch Nachteile. Er kann nur in geringen Mengen aufgenommen werden und muss deshalb sehr hoch dosiert sein und auf nüchternen Magen eingenommen werden. Dies führt oft zu Magen-Darm-Problemen. Deshalb gibt es Wochentabletten. Das bedeutet der Wirkstoff ist siebenfach erhöht und belastet nur einmal in der Woche den Magen und schädigt nicht jeden Tag die Magen- und Darmschleimhäute.
Eine andere Weise der Behandlung ist eine Hormontherapie ( Wirkstoff heißt Raloxifen). Diese eignet sich zur Behandlung einer Wechseljahrsbedingter-Osteoporose. Hier ist täglich 1 Tablette zu nehmen. Leider treten hier sehr häufig Hitzewallungen auf und auch Thrombosen werden begünstigt.
Medikamente:
Alendronat -> Fosamax®
Risedronat -> Actonel®
Raloxifen -> Evista®
Calcium-Präparate
Calcium Sandoz® mit Vitamin D!!!
Calcimagon®
Galcigen®
Calcihexal®
...
Calcium
Calcium hat in unseren Körper sehr wesentliche Funktionen zu erfüllen. Es dient zur Bildung und Gesunderhaltung von Knochen und Zähnen. Calcium ist auch ist auch im Nerven- und Muskelsystem unentbehrlich. Ferner aktiviert Calcium die Blutgerinnung und beeinflusst die Wirkung von Hormonen.
Deshalb gilt: Je stärker wir unsere Knochen im jugendlichen Alter mit calciumreicher, fettarmer Kost aufbauen, desto länger profitieren wir davon im Alter.
Calcium-Bedarf:
Optimale Calcium-Zufuhr in mg/Tag
Kleinkinder, Säuglinge 500
Kinder bis 6 Jahre 800
Kinder bis 10 Jahre 1000
Jugendliche 1400
Männer bis 65 Jahre 1000
Männer ab 65 Jahren 1500
Frauen bis 50 Jahre 1000
Frauen ab 50 Jahren 1500
Schwangere und Stillende 1300
Vorsicht bei Einnahme von Calcium bei
- bestimmten Antibiotika
- Fluor-, Magnesium- und Eisenpräparaten
- einigen Mitteln gegen Krebserkrankungen
Compliance!!!
Calcium-Einnahme ist sehr sehr wichtig bei Osteoporose. Sowohl als Vorbeugung als auch als Behandlung. Auch wenn die Patienten nicht sofort eine Besserung spüren ist es trotzdem unentbehrlich. Denn nur wenn regelmäßig Calcium und Vitamin D eingenommen wird, kann der Knochen aufgebaut werden. Bei einer Unterbrechung der Einnahme gehen bereits erste positive Effekte wieder verloren. Dann kann das Frakturrisiko wieder steigen.